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Liebe Leserin, lieber Leser!

Wer kennt es nicht, dieses wunderbare Gedicht aus der Feder des Theodor Fontane. Geschrieben rund um das Schloss derer von Ribbeck bei Nauen bei Berlin in Brandenburg, eben im Havelland. Dieses Gedicht ist eines der bekanntesten deutschen Gedichte. Mir gefällt es auch ausgesprochen gut, es hat so eine gedankliche Tiefe, zugleich aber eine eingängige Sprachmelodie und Theodor Fontane verwendet sehr anschauliche Bilder. Aber warum ist dieses Gedicht jetzt Thema der Andacht eines Siegerländer Gemeindebriefes? Da ist sicher das Gesangbuchlied (EG 526, lesen Sie es doch einmal durch) zu nennen, welches von den Bauern der Dorfes beim Begräbnis des alten von Ribbeck angestimmt wird. Eine klassische Beerdigung damals wie heute.

Was aber mich viel mehr anspricht, ist die Botschaft der Auferstehung, die hier so unaufdringlich daher kommt. Fast spielerisch erfahren wir von der Glaubenshoffnung der Christen - „im dritten Jahr“ - entsprechend der Auferstehung Jesu von den Toten am dritten Tag, kommt hier ein Birnbaum zum Vorschein, der den Segen wieder spürbar macht. Und dieser Segen Gottes wirkt für die Kinder zuerst. Die erwachsenen Menschen sind oft eher berechnend, sparsam mit den guten Gaben Gottes, so wie der knauserige Sohn des von Ribbeck. Aber die Kinder, die viel später erst in Ribbeck leben werden, spüren den Segen, den der alte Herr von Ribbeck ihnen weitergibt. Dieser Erntesegen Gottes liegt in den wunderbaren Birnen schmackhaft zu Tage. So passt dieses Gedicht eigentlich zu Ostern genauso gut wie zur Herbstzeit.

So lesen Sie doch das Gedicht Kindern oder Enkeln oder Nachbarn vor, und freuen Sie sich am herbstlichen Treiben und den leckeren Birnen aus aller Welt, die wir genießen dürfen. Und dann ahnen Sie vielleicht ein ganz klein wenig von der Idee der Auferstehung, die der alte von Ribbeck wohl verstanden hat.

Herzlichst,
Ihr Ralf Prange