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Interview mit Gerd Dickel

Ralf Prange: „Sehr geehrter Herr Dickel! Sie kennen die Chris-tus-Kirchengemeinde ja schon lange, fast 25 Jahre waren Sie Presbyter und lange Zeit auch Kirchmeister der Gemeinde. Wie kam es dazu?“

Gerd Dickel: „Anfangs war ja noch Pastor Steup im Amt, und der fürchtete um das Auseinanderdriften der beiden Gemeindebezirke. Der damalige Kirchmeis-ter Eckmann wollte „auf dem Berge“ bauen, eben oben

auf dem Fischbacherberg, andere am Wellersberg. Als ich dann Kirchmeister wurde, begann ich, die Rücklagen zu teilen, so dass dann beide Bauvorhaben durchgezogen werden konnten. Das war eine gewaltige Aufgabe! Streit gab es dann, wer denn zuerst bauen durfte. Steup und Eckmann standen sich da gegenüber, aber durch das Teilen der Rücklagen ging es. Nicht beide Aufgaben nebeneinander, aber erst das eine und dann das zweite direkt danach, das ging. So haben wir erst hier auf dem Wellersberg und dann auf dem Fischbacherberg gebaut. Wir haben gegen das Landeskirchenamt gewettet, dass es klappt, und wir haben gewonnen, es hat geklappt.“

RP: „Aber Sie haben landeskirchlich ja noch mehr gemacht?“

GD. „Ich war in der Zeit im Kollektenausschuss der Landeskirche und ich konnte dort erreichen, dass dem

Fischbacherberg auf Leihbasis eine Orgel zur Verfügung gestellt wurde. Und ich erinnere mich an Schwester Emmy, die immer fleißig Gelder für den Bauverein gesammelt hat, die frei nach einem ZinzendorfGedicht „die Scheine auf den Bau getragen hat“.“

RP: „Und woher stammen Sie eigentlich ursprünglich?“

GD: „Von Hause aus komme ich aus Raumland. Als wir im März 1954 heirateten, zog ich nach Siegen, in die Blücherstraße an den Wellersberg.“

RP: „Das sind ja auch fast 64 Jahre.“

GD: „Ja, und als die Gemeinden Ende 1967 geteilt werden sollten, wollte man mich auch schon einmal im Presbyterium haben, aber es reichte ja dann, dass mein Schwiegervater dort war. Naja, nachdem ich dann später ja lange Presbyter war, bin ich mit Uli Weiß ausgeschieden, der ja dann in den Ruhestand ging.“

RP: „Was würden Sie der Christus-Kirchengemeinde heute mit auf dem Weg geben?“

GD: „Der Gemeinde fehlt das „Mittelalter“, also Menschen zwischen 30 und 55 Jahren!“

RP: „War das früher anders?“

GD: „Ja, das war früher anders. Mit den Presbytern

Karl-Hermann Strack, Karl Wittmer und mir und dann dazu Helmut Metz waren jüngere Leute da. Die jungen fehlen, dass tut einem schon ein bisschen weh. Dadurch leidet auch der Gottesdienstbesuch zur Zeit. Eine Generation, könnte man bald sagen, ist weggebrochen. Und, was uns bedrückt, ist die späte Gottesdienstzeit. Da sollte ja noch einmal getauscht werden.“

RP: „Vielleicht können Sie noch ein paar Sätze zum Seniorenfrühstück sagen?“

GD: „Das Seniorenfrühstück hat Pastor Lorsbach damals ins Leben gerufen, und er hat gleich die Aufgabe übernommen, die Eier zu kochen. Als er dann wegging, war die lange Vakanz-Zeit, da haben wir das dann übernommen, also meine Frau und ich, Stracks, Witt-mers, Müllers, Frau Schneider, Frau Kwirand – das war so die Gruppe, wo wir gesagt haben, das wollen wir nicht einschlafen lassen, das wollen wir weiterführen.“

RP: „Toll, dass das geklappt hat! Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute wünsche ich Ihnen!“