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Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle deslebendigen Wassers umsonst." (Offenbarung 21,6)

Gedanken zur Jahreslosung 2018

Unbeschreiblich war der Moment! Unvergesslich vor allem!Nach einer langen Wanderung um den Berg Athos klebte uns dasHemd am Leib und die Zunge am Gaumen. Der Ruck- sack lasteteimmer schwerer, die Wanderstiefel erhitzten die Füße immer mehr. Verschwitzt und erschöpft – und der steinige Weg nahmeinfach kein Ende. An einer Wegbiegung jedoch plätscherte esverlockend. Die Mönche auf Athos hatten dort eine Quelle in Stein ein- gefasst. Unaufhörlich und zur freien Verfügungsprudelte hier das Schmelzwasser von der verschneitenBergspitze. Wie kostbar Wasser ist, versteht man in solchenMomenten erst richtig. Nicht beiläufig aus dem Kran gezapft,nicht mal eben fürs Abduschen nach dem Sport, sondern wirklichzum Durstlöschen – das prägt sich einem ganz tief ein. Wasserist Leben! Skandalös, dass es für etliche Menschen auf der Welt schwer oder gar nicht zu zugänglich ist. Nur drei Prozentdes gesamten Wassers auf dem Globus ist überhaupt zum Trinkengeeignet. Und dieses knappe Gut ist immer ungerechterverteilt. Dabei könnte niemand auf Wasser verzichten. Drei bis fünf Tage ohne Wasser wirken lebensgefährlich. So wie unserKörper das Wasser, so braucht unser Leben den Glauben. So sagtes Gottes Wort mit der Jahreslosung für 2018. Für denLebensdurst: dass wir ehrlich geliebt werden wollen, dass wirbedeutsam fürs Ganze sein können, dass wir nicht vergeblichvor uns hin rackern, sondern im Sinnvollen gründen. Dass wirglücklich sein dürfen und gute Spuren bei Menschenhinterlassen. Dass unsere Angst vor dem Übermächtigen kleinerwird. Nicht alles ist geeignet, solchen Durst nach Leben zulöschen. Erst im Glauben schöpfen wir aus dieser einzigartigenQuelle. Jesus Christus ist dieser Brunnen selbst. Wie lebens-wichtiges Wasser will sein Geist in unserer Mitte sprudeln.Kräftigend und erfrischend, unaufhörlich und gratis wirkt seinWort in unserem Leben. Selbst steinige Wege und trockeneWüsten, die wir durchwandern müssen, sind mit diesem „Wasser“ zu bestehen. Leer bei ihm ankommen und dann gestärktweitergehen können – in diesem ständigen Rhythmus bewegt sichunser geistliches Leben, das sich in Christus gründet. Sowünsche ich Ihnen ein gutes neues Jahr, in dem Sie immer genaudann seine Quelle finden, wenn Sie sie dringend brauchen.

Herzlich grüßt Sie Ihr
Peter-Thomas Stuberg, Superintendent