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Gedanken zur Zukunftsgestaltung des Ev. Kirchenkreis Siegen -
Der Veränderungsprozess geht weiter

Im Sommer 2013 hat die Synode des Kirchenkreises Siegen mit sehr
großer Mehrheit einen vom Kreissynodalvorstand (KSV) angeregten Gestaltungsprozess beschlossen, der in einer mittel- bis langfristigen
Planung die Situation in jeder Kirchengemeinde in unserem
Kirchenkreis in den Blick nimmt. Eine Projektsteuerungsgruppe (PSG)
wurde von der Synode berufen und beauftragt, den Gestaltungsprozess zu begleiten.

Was sind die hauptsächlichen Gründe für diesen Gestaltungsprozess?
Da ist zum einen die demografische Entwicklung: Der Kirchenkreis hat zurzeit etwa 120.000 Gemeindeglieder. Im Jahr 2025 werden es voraussichtlich etwa 100.000 sein. Bezogen auf unsere Kirchengemeinde werden wir uns von derzeit etwa 4.000 Gemeindegliedern bis 2025 auf ca. 3.200 zubewegen. Zum anderen wurde ab 1. Januar 2013 die ‚Korridorzahl‘ pro Pfarrstelle von bisher 2.000 – 2.750 auf 2.250-3.000 Gemeindeglieder seitens der Landeskirche angehoben. Für 2025 ist eine Gemeindegliederzahl von 3.000/ Pfarrstelle vorgesehen. Rein rechnerisch stünde uns dann perspektivisch nur noch eine Pfarrstelle zur Verfügung. Weiterhin werden in dem Planungszeitraum bis 2025
mindestens 29 Pfarrer im Kirchenkreis pensioniert werden. Dieser
Aderlass wird nicht aufzufangen sein, da die Zahl der Theologiestudierenden und Absolventen in unserer Landeskirche sehr niedrig ist.

Welche Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich an?
Die vorbeschriebene Situation betrifft alle Kirchengemeinden des Kirchenkreises Siegen. Bereits vor einigen Jahren ist der Kirchenkreis dazu übergegangen, zwischen der einzelnen Kirchengemeinde und dem Kirchenkreis eine ‚Zwischenebene‘ einzuziehen: Region – als Gestaltungsraum kirchlichen Handelns. Wir gehören als Kirchengemeinde mit den anderen Kirchengemeinden der ehemaligen Stadt Siegen (Martini, Nikolai, Erlöser, Kaan-Marienborn und Christus) der Region 4 an.
Bereits heute gibt es eine Arbeitsteilung der Pfarrerinnen und Pfarrer in der Region, z.B. bei Urlaubs- und Krankheitsvertretung. Durch den ‚Kanzeltausch‘ kommen auch andere Pfarrer der Region zu uns. In Zukunft wird die Region ein deutlich größeres Gewicht bekommen als bisher. Sie bietet Chancen und Möglichkeiten. Diese wollen entdeckt und gelebt werden. Gleichzeitig ist es wünschenswert, die gute Arbeit in den Gemeinden vor Ort weiterhin zu pflegen.

In mehreren Sitzungen hat sich das Presbyterium mit diesen Herausforderungen beschäftigt. KSV und PSG haben zu Regionaltreffen eingeladen, in denen man teilhaben möchte an den Überlegungen der Kirchengemeinden. Erste Überlegungen wurden dort durch Vertreter unseres Presbyteriums dargelegt und mit den Überlegungen der anderen Presbyteriumsvertreter der Region verglichen. Die von der Synode verabschiedete Zeitschiene sieht vor, dass es im
2. Halbjahr 2014 innerhalb jeder Region einen Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der jeweiligen Presbyterien, geben wird, der Zukunftsperspektiven für die regionale Arbeit entwickelt. Uns als Presbyterium ist es wichtig, bereits jetzt zu Beginn des Gestaltungsprozesses unsere Gemeindeglieder an der Faktenlage und den Gestaltungsmöglichkeiten teilhaben zu lassen.

Für jeden, der sich ausführlich mit dem Gestaltungsprozess und dem zugrundeliegenden Datenmaterial beschäftigen will, hat der Kirchenkreis auf seiner Internetseite www.kirchenkreis-siegen.de entsprechende Informationen hinterlegt. Darüber hinaus werden wir dann, wenn unsere Überlegungen konkreter werden, im Gemeindebrief und in einer Gemeindeversammlung ausführlich informieren.
Am 14. Juni treffen sich zudem die Presbyterien der Region 4, um erste Absprachen über die weiteren zu gehenden Wege vorzunehmen.

Friedrich Seidel (Presbyter in Gosenbach und Mitglied der Projektsteuerungsgruppe des Kirchenkreises) danken wir für die Erlaubnis, diesen Text abdrucken zu dürfen. Ich habe lediglich die Zahlen und Fakten der Region 4 sowie der Christus-Kirchengemeinde ergänzt.
Herzlichen Dank!
Ralf Prange